Kategorie: Inaba Yasunobu

Inaba Yasunobu wurde 1970 in Tokoname in der Präfektur Aichi geboren, einem der sechs alten Keramikzentren Japans. Nach seinem Abschluss an der Fachschule für Keramiktechnik der Präfektur Aichi widmete er sich früh der traditionellen Holzbrandkeramik und errichtete bereits 1992 seinen ersten Anagama-Ofen. Weitere Holzbrandöfen folgten in den Jahren danach und bilden bis heute das Herzstück seines künstlerischen Schaffens.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die jahrhundertealte Keramiktradition Tokonames. Inspiriert von archäologischen Funden und historischen Gebrauchsgefäßen studiert Inaba die Formensprache vergangener Epochen und überträgt deren Charakter in seine eigenen Werke. Seine Gefäße greifen die schlichte Kraft und Ursprünglichkeit alter Tokoname-Keramik auf, ohne diese lediglich zu reproduzieren. Vielmehr entstehen Arbeiten, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Holzbrand zu. In den über viele Tage befeuerten Anagama-Öfen wirken Flamme, Asche und Hitze unmittelbar auf die Oberfläche der Keramik ein. Natürliche Ascheanflüge, Schmelzspuren und feine Farbnuancen entstehen dabei ohne künstliche Glasuren und machen jedes Stück zu einem Unikat. Die Spuren des Feuers werden zu einem wesentlichen Bestandteil der Gestaltung und verleihen seinen Arbeiten eine archaische Ausstrahlung.

Neben seinen Holzbrandarbeiten fertigt Inaba auch moderne Teekeramik und Gebrauchsgefäße im Gasofen. Diese Werke zeichnen sich durch klare Formen, hohe Funktionalität und die für Tokoname typische handwerkliche Präzision aus. 

Mit seinen Arbeiten bewegt sich Inaba Yasunobu zwischen historischer Tradition und zeitgenössischem Keramikschaffen. Seine Werke spiegeln die tiefe Verbundenheit mit der Keramikkultur Tokonames wider und zeigen zugleich, wie lebendig und wandelbar dieses Erbe bis heute geblieben ist.